Es ist fast 30 Jahre her, dass meine Hände mit Pinseln über die Leinwand gleiten, aber es ist schon über 50 Jahre her, dass ich sie zum ersten Mal intensiv betrachtete … Ich war erst fünf Jahre alt.
Mit all den Hürden, die ich überwinden musste, ist mein Weg schon recht lang, und doch bleibt die leere Leinwand, ohne dass ich das Gefühl habe, ganz am Anfang meiner Ausbildung zu stehen, eine Herausforderung, ein Rätsel, dem ich unermüdlich nachzugehen versuche.
Fest verankert im illusorischen Moment der Gegenwart, strömen Gefühle ein, ohne dass ich es merke, und Malen ist wie eine Verbindung mit den vorhandenen Energien, den empfangenen und auch denen, die wir aussenden.
Und es ist natürlich eine Suche nach dem Licht, das besessen macht, das ruft und das anzieht. Und wie können wir es finden, anders als indem wir den Schatten begegnen, vor allem unseren eigenen, aber auch den projizierten, die wir unwissentlich empfangen.

Und so vermittle ich durch Farbe meine Gefühle und zeige anderen Möglichkeiten, mögliche Zukünfte, schizophrene Visionen eines überregulierten Alltags. Sie erlaubt mir, anders zu blicken, anders zu sehen und vielleicht auch selbst meine Zukunft zu verändern.

Aber auch weil ich eine reine Autodidaktin und ein Alleskönner bin, habe ich ein unkontrolliertes Bedürfnis zu experimentieren … Versuche, mich anderswohin zu begeben, zu erforschen und die heilende Wirkung zu suchen.

Und jenseits der Farbe und ihrer vielen Facetten, vielleicht aus fernen Erinnerungen stammend, versetzt mich der Geruch von Ölfarbe an Orte, an denen alles möglich scheint.

Isabelle Barrandon 2025